Buchtipp Mai
Tagebuch eines Zen-Lehrlings
Dies ist das Tagebuch des »Unsui Nikki«, des Zen-Lehrlings Satô Giei, der als Achtzehnjähriger in das Kloster Tôfu-ku-ji in Kyoto, einen der alten Zen-Tempel Japans, eintrat und sich dort drei Jahre lang der »Religiösen Übung« widmete. Seine Aufzeichnungen in Bildern und Worten vermitteln einen einmaligen Einblick in das Leben in einem Zen-Kloster.
Rezension von Odiug Rellek:
Dieses Buch ist sein Geld, ja sogar Gold wert, denn es erscheint mir wahrlich wie ein kostbarer Schatz! Zu 96 kolorierten Zeichnungen im karikierenden Manga-Stil wird - unter Erwähnung der japanischen Fachausdrücke in den Überschriften - Schritt für Schritt das Klosterleben im Zen-Buddhismus erläutert. Prof. Johanna Fischer hat den Text treffend übersetzt und Personennamen inclusive japanischer Schreibweise erklärt. Der Autor Sato Giei, Jahrgang 1921, wurde als 18-Jähriger ins Kloster aufgenommen. Aus Anlass des 1100. Todestages des chinesischen Gründers der Rinzai-Schule schrieb er dieses Buch über das Leben des Unsui, des Zen-Lehrlings, das außer Entbehrungen und Verpflichtungen auch Jux und Tollerei kennt. Kapitel wie "Im Verborgenen Gutes tun" und "Das Erkennen der eigenen Natur" dringen gar in die eigentliche Zen-Lehre vor. Sato starb früh, sein Werk wird unvergessen bleiben.
Das Buch ist vergriffen, jedoch im Internet noch zu finden.
Buchtipp April 2012
Der wahre Mensch ohne Rang und Namen
Zen im Westen
Zen ist eines der grossen religiösen Geschenke des Ostens an den Westen. Aber auf welchen seelischen Grund fällt es hier? Dieses Buch vergleicht die östliche Weisheitslehre mit westlichen Erkenntniswegen, beispielsweise der Tiefenpsychologie, und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Zen und westliches Denken verfolgen dasselbe Ziel. »Der wahre Mensch ohne Rang und Namen« meint die wahre Grösse, die jeder Mensch seinem Wesen nach ist. Dort, wo wir von uns lassen, finden wir uns selbst.
Dr. Dieter Wartenweiler, geboren 1945, ist autorisierter Zen-Lehrer. Er arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut, Kursleiter, Referent und Management-Coach. Der erfolgreiche Autor lebt in Uerikon-Stäfa am Zürichsee. Zuletzt veröffentlichte er »Wie mann lebt. Der neue Partner ist gefragt«, 2009.
Buchtipp März 2012
Zen im 21. Jahrhundert
Weg des Herzens
"Zen im 21. Jahrhundert" versteht sich als spiritueller Weg des Herzens, der den modernen Menschen der westlichen Kultur inmitten seiner komplexen Lebenssituation anspricht.
Willigis Jäger gehörte lange Jahre als Schüler von Yamada Ko-un Roshi der japanischen Sanbô-Kyôdan-Schule an und wurde 1996 als Zen-Meister und 87. Nachfolger von Shakyamuni Buddha bestätigt. Um selbst Zen-LehrerInnen ernennen zu können, gründete er Anfang 2009 eine eigene Sangha.
Gemeinsam mit Doris Zölls und Alexander Poraj, die ihre Zen-Ausbildung bei Willigis Jäger absolvierten, legt er in diesem Buch die Ausrichtung der neuen Zen-Linie dar. Sein Anliegen: Zen als transkonfessionelle spirituelle Praxis zu etablieren, die es Suchenden aller Religionen ermöglicht, ihr wahres Wesen zu erkennen, und die die persönliche Entfaltung mit einer Verantwortung für die Welt verbindet.
Willigis Jäger, *1925, ist einer der bedeutendsten spirituellen Lehrer unserer Zeit. Der Benediktiner und Zen-Meister vertritt eine moderne, transkonfessionelle Spiritualität. Er ist Gründer des spirituellen Zentrums Benediktushof in Holzkirchen, wo er lebt und lehrt.
Doris Zölls studierte evangelische Theologie. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder und war als Pfarrerin in der Gemeinde und im Schuldienst tätig. Sie ist Zen-Lehrerin der Sanbô-Kyôdan-Schule und spirituelle Leiterin des Benediktushofs.
Dr. Alexander Poraj wurde 2005 von Willigis Jäger als Zen-Lehrer bestätigt. Er studierte katholische Theologie, war Geschäftsführer der Oberbergkliniken und gründete in Spanien die Akademie der Psychosophie. Er ist spiritueller Leiter des Benediktushofs.
Buchtipp Februar 2012
Die Aktualität der Bergpredigt –
eine christlich-buddhistische Begegnung
Sorge dich nicht um morgen – lebe in der Gegenwart! In überraschender Ähnlichkeit haben Jesus und Buddha diese Ermutigung und Herausforderung formuliert. Gerade in der Bergpredigt, dem christlichen Grunddokument, geht es um die Überwindung von Egozentrik und Konkurrenzdenken. Vertrauen und Zuversicht sind das Ergebnis, ein Leben in allumfassender Liebe und friedfertiger Gelassenheit. Buddhismus und Christentum sind sich in ihrer Lebenshaltung nahe.
Katharina Ceming, geb. 1970, Autorin eines viel beachteten Buches über »Die verbotenen Evangelien«. Apl. Professorin für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg.
Buchtipp Januar 2012
Mit Meister Eckhart durch das Jahr.
Ein immerwährender Weisheits-Kalender
in hochwertiger Ausstattung.
Die Mystik Meister Eckharts hat über die Jahrhunderte nichts von ihrer Kraft und Faszination verloren. Seine Predigten und Vorträge bergen eine Fülle alltagstauglicher Orientierungshilfen. Für jeden Tag des Jahres finden Sie einen Weisheiten-Schatz mit Erläuterungen zum heutigen Verständnis.
Dr. Irmgard Kampmann, geb. 1952, lebt als freie Dozentin und Autorin, philosophische Beraterin und spirituelle Begleiterin in Bochum. Sie ist Mitglied der Meister-Eckhart-Gesellschaft. Buchautorin. Rege Vortragstätigkeit.
Buchtipp Dezember 2011
Schweige-Impulse für jeden Tag
Was sich alle wünschen: Auszeiten der Stille.
In unserer lärmenden und hektischen Welt sehnen wir uns nach Stille. Stillezeiten im Alltag führen in die Tiefe. Sie geben Orientierung, sie ermöglichen die Begegnung mit unserem Lebensgeheimnis. Übersichtlich, klar gegliedert und an konkreten Themen der Übenden orientiert führt dieser Kurs in die Stille, zu neuer Kraft und Konzentration.
Marcel Steiner, geb. 1960, ist Theologe und wurde von Niklaus Brantschen zum Kontemplations- und Zenlehrer ausgebildet. Internationale Kurs- und Vortragstätigkeit im Bereich Meditation und Fasten, Dozent am Theologiekurs für Erwachsene der Reformierten Landeskirche des Kantons St. Gallen, Kursleiter im Lassalle-Haus im Bereich Zen, christliche Kontemplation, Fasten und spirituelle Sterbebegleitung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Portugal. Homepage: "Arroteia" – Ort der Stille und Begegnung
Für Auszeiten zwischendurch die Hör-CD:
Der versierte Kursleiter spricht Meditationen zur Stille.
(Audio-CD, Laufzeit: 70 Minuten,
mit 24-seitigem Booklet)
Buchtipp November 2011
Memoranden und Missbrauchsfälle, Problemstau und Priestermangel, Zank um den Zölibat und die Zukunft - mit unbestechlicher Klarheit durchleuchtet Halbfas die strukturellen Reformerfordernisse und geht ihnen buchstäblich auf den Grund: Die Krise der Kirche(n) ist eine handfeste Glaubenskrise. Die Glaubenslehre ist vielfach zur Glaubensleere verkommen. Wenn es nicht gelingt, diese Leere mit neuem Leben anzufüllen, dürfte es um die Zukunft der Kirche geschehen sein.
Den Schlüssel findet Halbfas beim historischen Jesus selbst, der in den Glaubensbekenntnissen der christlichen Kirchen nicht vorkommt bzw. durch theologische Formeln ersetzt ist. Denn er hat eine Lebensweise angeboten, die sich im Alltag bewähren muss, aber keine Lehre, damit sie sich argumentativ bewahrheite. Halbfas unternimmt nicht weniger als eine Neuvermessung des Glaubens. Er zeichnet ein Programm, das die Kirchen unter Umständen mehr verändern würde, als diese sich zu ändern bereit sind.
• profilierte Stimme
• engagiertes Plädoyer, aus brennender Sorge geschrieben
• Gedanken, die wirklich weiterführen
Buchtipp Oktober 2011
Die berühmte Einführung in die Zen-Meditation von Hugo M. Enomiya-Lassalle Pater Enomiya-Lassalle ist die bedeutende Pioniergestalt, die Zen vor allem im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht
hat. Der große Vermittler zwischen östlicher und westlicher Spiritualität hat dabei unzähligen Christen wie Nicht-Christen den Weg zu einem innerlichen Leben erschlossen.
Er hat sich selber in das Herz des Buddhismus begeben ohne seine christliche Identität dabei aufzugeben. So ist sein inzwischen zum Klassiker gewordenes Buch eine Einführung in die Zen-Meditation
und gleichzeitig ein Zeugnis über die von ihr vertiefte und bereicherte christliche Erfahrung von Meditation und Gebet.
Buchtipp September 2011
Buchtipp August 2011
Niklaus Brantschen und Pia Gyger gehen seit Jahren ihren eigenen Weg im Spannungsfeld zwischen Zen und Christentum. Um die Gemeinsamkeit und die Einzigartigkeit beider Religionen bewusst zu machen, entwickelten sie die Via-Integralis: In Theorie und Praxis wird christliche Mystik mit Zen-Meditation verbunden für ein Leben in den Kirchen und in der Welt.
Niklaus Brantschen SJ, geb. 1937, autorisierter Zen-Meister und katholischer Ordensmann, ist Begründer und langjähriger Leiter des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn (Schweiz). Zusammen mit Pia
Gyger gründete er das Lassalle-Institut für Zen-Ethik-Leadership. Der Jesuit ist international bekannt als spiritueller Buchautor und Seminarleiter.
Pia Gyger, geb. 1940, ist Heilpädagogin und Psychologin. Die autorisierte Zen-Meisterin, gefragte Referentin und Kursleiterin, ist Verfasserin erfolgreicher Publikationen. Zusammen mit Niklaus
Brantschen leitet sie das Projekt Jerusalem - internationale Stadt zum Erlernen des Friedens in der Welt.
